"Sorry, but NO."


Amerikaner, Regeln und Warnhinweise

Bei Victoria´s Secret wird nichts dem Zufall überlassen: Kaum ein erstes Stück Stoff ins Auge gefasst, schon wird das Maßband gezückt, danach werden meine Freundin und ich in die Umkleide geschoben – aber: Bevor wir in die Kabinen dürfen, müssen wir an einer Linie warten. Dann dürfen wir: „Honey, I‘m right here, please press the button if you need anything.“ Ich wage mich aus der Umkleide ohne den Knopf zu drücken – die Verkäuferin stürmt auf mich zu, findet‘s „amazing“, ich nicht so. Ich rufe rüber – meine Freundin steckt den Kopf aus der Tür, ebenfalls belagert von energischen Beraterinnen. Wir beschränken uns auf das Nötigste: nicken und kurze Abstimmung, ob alles sitzt.

Abends bin ich vor meinen Freundinnen am Restaurant: Ich betrete das „Frankies“, erfahre, dass das „Frankies“ zum Reservieren aber das nebenan ist. Hier ist aber der schöne Innenhof. Ob ich hier mit einem Drink warten dürfe? So sorry, aber das geht nur, wenn ich auch was esse. Aber ich esse ja gleich nebenan im Reservier-Teil des Restaurants. „So sorry, but NO.“ Mein nächster Versuch ist die Bar gegenüber, hier gibt es Beer To Go in silbernen Cans. Hoffnung macht sich breit: Darf ich das dann auf der Straße trinken? „Oh! No, no, no, no, no, no, no.” Ah, oke.

Rauchen. Ein ganz großes Problem: möglich, aber 15 Feet away von den Restaurants. Am Hotel sind es sogar 25 Feet. Also: Drink mit Kippe – ein Ding der Unmöglichkeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Im „Duplex“ haben wir nicht mal zu entscheiden, wo wir stehen: Beim Reinkommen werden wir sofort an der Bar, hinten durch rechts platziert. Ist beim Toilettengang ähnlich: andere entscheiden, welches dein Häuschen wird. Weil es für alles eine Regel gibt, sind auch außerplanmäßige Fragen oder Wünsche schwierig: Linguine statt Spaghetti? Nope.

An ein Sturmgewehr zur kommen erscheint leichter als an eine andere Nudelsorte. Für uns Grund genug, den schrägen Regeln und übertriebenen Warnungen einmal nachzugehen und ein paar Highlights zu sammeln:

01. Starbucks muss vor Kaffee warnen.
02. In Kalifornien dürfen Autos ohne Fahrer nicht schneller als 96 km/h fahren.
03. Alabama verbietet das Ringen mit Bären.
04. Frauen in Tucson, Arizona, dürfen keine Hosen tragen.
05. In Leadwood, Missouri, dürfen Piloten beim Flug keine Wassermelone essen.
06. Das „Anti-Thong Law“ verbietet in einigen Countys das Tragen von Tangas.
07. In Daytona Beach ist es verboten, öffentliche Mülleimer sexuell zu belästigen.
08. In Lee Country, Alabama, dürfen nach Sonnenuntergang keine Erdnüsse verkauft werden.
09. In Florida gilt nackt duschen offiziell als Vergehen.
10. In Montana ist Sex im Vorgarten ein Verbrechen (nach Sonnenuntergang).
11. In Wilbur, Washington, ist es verboten, auf einem hässlichen Pferd zu reiten.
12. In West Virginia darf unter Wasser nicht geflüstert werden.
13. Im Juni dürfen in Wyoming keine Hasen fotografiert werden.
14. Single-Frauen dürfen sonntags in Florida nicht Fallschirmspringen.
15. Kinder, die nach Zwiebeln riechen, dürfen nicht in die Schule.

Nur die Metro in Manhatten macht was sie will: aus Linie 5 wird irgendwann 6, manche Haltestellen werden einfach übersprungen und Late nights landet man schneller in Brooklyn als einem lieb ist. Aber das wiederum, interessiert den New Yorker nicht die Bohne.